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Der Zweck meines diesjährigen Aufenthaltes in Dakar und Thiangaye bestand darin, die bis dato erfolgten baulichen Massnahmen am Gesundheitszentrum auf ihre Vollständigkeit und Güte zu überprüfen, gegebenenfalls zu beanstanden und jene Arbeiten, die noch nicht abgeschlossen waren, mithilfe der betreffenden Partner entgültig fertig stellen zu lassen.
Darüber hinaus sollte der Zustand des mit unserer Hilfe vor Jahren erbauten, im Zuge des letztjährigen Hochwassers in Mitleidenschaft gezogenen `Orangen Hauses´ geprüft und Kostenvoranschläge zu dessen Sanierung, aber auch zum Bau des `Gelben Hauses´ eingeholt werden, den wir vor längerer Zeit einer Familie in Aussicht gestellt hatten.
Neben der Kontaktnahme mit der Ecosan-Toiletten-Gesellschaft zur allfälligen Errichtung einer Muster-Toilette am selben Grund, auf dem auch das `Orange Haus´ steht, sollten in Zusammenarbeit mit der Schulleitung die Voraussetzungen für die Wiederaufnahme das Ernährungsprojekt an der örtlichen Schule geschaffen werden.
Reinhart Buchegger

1) HCT/Poste de Santé Das Gebäude erwies sich im Wesentlichen als fertig gestellt, was sowohl die Wasser-Installation, die Verfliesung der Böden und Wände und den Innen – und Aussenanstrich anbelangt. Die Arbeiten wurden für europäische Verhältnisse leidlich, für afrikanische jedoch zufrieden stellend ausgeführt, wobei sich eine Reihe von Mängeln ergab, die zur umgehenden Behebung an den Baumeister Mamadou Guindo und den Installateur Ousmane Ba weitergeleitet wurden. Diese soll bei nächster Gelegenheit, gegebenenfalls im Zuge der Erfüllung weiterer Aufträge – z.B. Dach des `Orangen Hauses´ - erfolgen. • im Falle der baulichen Mängel handelt es sich um geringfügige Ausbesserungsarbeiten am Mauerwerk, an den Fliesen und im Zuge der Fertigstellung der Elektroinstallation entstandenen Beschädigungen • bei der Wasserversorgungs-Anlage des Hauses ist es das Nicht Funktionieren eines Kaltwasser-Anschlusses, des Warmwasser-Boilers und der automatischen Wasserpumpen-Abschaltung, sowie das Fehlen eines ausdrücklich vereinbarten Wasser-Filters. Darüber hinaus wurde vereinbart, die am Schulgelände angebrachten Wasserhähne, deren Ventilsitze teilweise bereits fehlten, mit versperrbaren Abdeckungen zu versehen, um die unerlaubte Entnahme von Wasser durch die Bevölkerung zu unterbinden. Diese soll in Zukunft zu bestimmten Zeiten ebenso wie die Kinder der Schule Zugang zum Brunnenwasser erhalten, wozu die Voraussetzungen zur Montage eines eigenen Stromzählers geschaffen wurden, um den Stromverbrauch überblicken und steuern zu können.
Zur Fertigstellung der Elektro-Installation wurde Abdou Aziz, der Elektriker, von Dakar mit ins Dorf genommen, der am Tag nach der Ankunft damit begann, die bislang fehlenden Leuchten, Schalter und Steckdosen zu montieren. Um diese Arbeiten erfüllen zu können, waren von diesem vor der Abfahrt entsprechende Materialien besorgt und durch uns bezahlt worden – es handelte sich um besagte Massnahmen zur Installation eines zusätzlichen Zählers. • im Bezug auf die Verdrahtung der Abschalt-Automatik, die möglicherweise die Ursache für deren Nicht-Funktionieren darstellt, wurden Fotos angefertigt, die von Reinhart nach dessen Heimkehr dem Pumpen-Hersteller Vogel in Stockerau zur Überprüfung vorgelegt werden. Falls sich die Vermutungen als begründet herausstellen sollten, könnten allfällige Korrekturen an die Adresse von Abdou-Aziz erfolgen, der sie umgehend anbringen würde.
Als vorerst letzten Schritt zur endgültigen Fertigstellung des HCT soll nun Mamadou Guindo im Zuge der Ausbesserungsarbeiten ein weiteres kleines Fenster an der Vorderseite des Gebäudes, rechts neben dem Haupteingang anbringen, durch das die Patienten in Zukunft ihre Medikamente aus der Apotheke gereicht bekommen - Kosten etwa cfa 90.000,- / € 140,-
2) Sanierung des `Orangen Hauses´ Da das Gebäude im Sommer vergangenen Jahres einige Tage im Wasser gestanden ist, leider auch das Dach keinen vollständigen Schutz vor dem starken Regen bot, war anzunehmen, die Mauern hätten entsprechend darunter gelitten. Dies jedoch war in weitaus geringerem Ausmass der Fall, als vorerst befürchtet, was aber nicht über die unvermeidliche Notwendigkeit einer Dach-Sanierung hinweg täuschen soll, ohne die das Haus auch bei der nächsten Regenzeit seinen Zweck nicht erfüllen dürfte. Umso mehr, als bei neuerlich grossen Regenmengen die Gefahr besteht, das Dach könnte unter der Last der vollgesogenen Holz-Konstruktion einstürzen und auf diese Weise bei der Wiederherstellung noch höhere Kosten verursachen. Laut Voranschlag von Mamadou Guindo beträgt die Summe dafür cfa 1. 417.500,- / € 2.165,- , die bis zum Beginn des Sommers über Spendenaufruf aufgebracht werden könnte, teilweise jetzt schon vorhanden wäre. Im Zuge der Arbeiten sollte auch der Betonboden des kleineren Raumes ausgebessert werden, der im Gegensatz zum grösseren noch nicht ausgetauscht wurde.
3) Neubau eines Hauses für Amadou Sall und seine Familie Bevor wir uns aus sozialen Überlegungen - die gesamte Dorfgemeinschaft sollte vor weiteren einzelnen Personen in Genuss unserer Unterstützung kommen – für die Sanierung des Gesundheitszentrums entschieden, hatten wir vor nach der Fertigstellung des `Orangen´, den Bau des nächsten/ `Gelben´ Hauses zu beginnen. Damals wurde Amadou, der die Änderung unserer Pläne zustimmend zur Kenntnis nahm, in Aussicht gestellt, nach Abschluss der Sanierungsarbeiten am HCT mit dem Bau seines Hauses zu beginnen. Vorausgesetzt, wir würden die Mittel dafür aufbringen können, die sich nach jüngstem Voranschlag auf cfa 4.594.800,- / € 7015,- belaufen.
Grundsätzlich wurde mit Mamadou Guindo vereinbart, wie ursprünglich auch beim ersten Haus geplant vor Ort verfügbare Baumaterialien zu verwenden - durch entsprechende Zementbeimengung vergütete Lehmziegel bis in eine Höhe von etwa 1 m auf ein/e massives Betonfundament und –platte zu schichten und ab da mit normalen Lehmziegeln bis unters Dach fortzusetzen. Diese Bauweise hätte gegenüber der mittlerweile üblichen Verwendung von Betonziegeln beträchtliche Vorteile im raumklimatischen Bereich, da sich mit Stroh vermischter Lehm wegen seiner porigen Struktur beiweitem nicht so aufheizt und eine geringere Wärmemenge im Mauerwerk gespeichert wird – die den Bewohnern einerseits besseren Schutz vor der Tageshitze bietet und darüber hinaus auch nicht eine ganze Nacht zum Abkühlen benötigt.
4) Ecosan-Trockentoiletten Schon bei meinem letzten Aufenthalt vor über einem Jahr, wurde ich durch einen Artikel in einer Zeitschrift , die mir der Bruder Rackie Diankhas zur Ansicht gegeben hatte, auf die Tatsache aufmerksam, die von uns seit Anbeginn an für Thiangaye ins Auge gefassten Trocken-Toiletten würden auch im Senegal über eine eigene Gesellschaft verbreitet werden.
Von dieser Information ausgehend, wurde nun Baymor noch vor meiner Abreise beauftragt, mit der betreffenden Person Fodé Camera Verbindung aufzunehmen und in Erfahrung zu bringen, ob die Ecosan-Gesellschaft tatsächlich so wie von Abdoulaye Diankha bei einer ersten Kontaktnahme erfragt, die erste Toilette in jedem Projektgebiet kostenlos errichten würde.
Sollte das der Fall sein, könnten wir versuchen, Thiangaye als zukünftiges Hoffnungsgebiet für Ecosan zu vermitteln und die erste Toilette neben unserem `Orangen Haus´ errichten lassen, weitere nach entsprechender Akzeptanz durch unsere dortige Familie Stück für Stück zu finanzieren.
5) Ernährungsprojekt/ Grundschule Thiangaye Schon vor einiger Zeit hatte es erste Versuche gegeben, den Kindern der von Amadou Sy, unserem Freund und Mittelsmann geleiteten Schule zumindest eine Mahlzeit pro Woche zubereiten zu lassen - die Mittel dafür hatte uns Boris Guerguiev vom Yogazentrum Ganesha zugesagt, nachdem er von der unzulänglichen Ernährungssituation der SchülerInnen erfahren hatte. Nach anfänglichen Erfolgen verlief die von den Kindern und Eltern begeistert aufgenommenen Initiative leider im Sande, umso mehr, als nach dem Hochwasser der letzten Regenzeit die Räumlichkeiten der Schule für eine Weile als Unterkunft für die obdachlos gewordenen Dorfbewohner gedient hatten.
Zur Neubelebung und zum Ausbau des Projektes wurde nun mit Amadou Sy besprochen, den beiden Kochteams von je 5 Frauen, die in Zukunft an zwei Tagen die Woche eine nahrhafte Mahlzeit zubereiten sollen, ein bescheidenes Entgelt für ihre Arbeit zu bezahlen. Darüber hinaus nahm Amadou auf meine Bitte hin eine ausführliche Berechnung der voraussichtlichen Kosten vor, die sich nun bis zum Ende des Schuljahres, also für die Dauer von 3 ½ Monaten auf cfa 1.014.125,- / € 1.550,- belaufen. In diesem Betrag enthalten sind nicht nur die Kosten für die Nahrungsmittel und den Lohn der Köchinnen enthalten, sondern auch die Anschaffungskosten für das Geschirr für insgesamt etwa 380 SchülerInnen. Die für die Neuaufnahme des Projektes nötigen Geldmittel wurden mittlerweile von Boris zugesagt und bereits auf unser Konto überwiesen, weshalb Amadou Sy nach dem Ferienende Mitte April mit der Verköstigung der Kinder beginnen kann – Eine erste Tranche von 500,- für den Ankauf weiterer Schulbücher/200,- sowie der Besorgung von Geschirr und mit Lebensmittel/300,- wurde von mir bereits auf unser Subkonto Senegal transferiert.
Sollte sich der Probebetrieb, der bis zum Sommer anberaumt ist, bewähren, kann das Projekt im Herbst nach Abrechnung und allfälliger Neuberechnung fortgesetzt werden...
Um den Gesamteindruck der allgemeinen Lage und im Besonderen unserer Projekte im Senegal in kurzer Form wiederzugeben, soll in erster Linie die Freude aller Betroffenen, der Ärztin Mdme. Negri, ihrer Gehilfin Koumba Gaye, des Schuldirektors Amadou Sy bis hin zum Bürgermeister der Ortschaft über die Fertigstellung des Gesundheitszentrums erwähnt werden. Darüber hinaus haben sich Baymor und Abdou Aziz, der Elektriker durch die Erfüllung ihrer Verpflichtungen bzw. die Bereitschaft zur Mitarbeit und Unterstützung bei den letzten Tätigkeiten hervor getan. Als äusseres Zeichen für den vorläufigen Abschluss des HCT-Projektes wurde an der Vorderseite über dem Haupteingang des Gebäudes ein Banner angebracht, auf dem neben dessen Verwendungszweck auch die Partner und Sponsoren angeführt sind...
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